Eine Zusammenarbeit mit Zukunft


Juli 22, 2020
Gemeinsam mit EFS Consulting legen wir unser Know-How zusammen.

Kennengelernt haben sich ELOOP-Gründer Leroy Hofer und Roman BenedettoPartner bei EFS Consulting, im Zuge der Erstellung einer Masterarbeit zum Thema Carsharing-Nutzerverhalten eines EFS Kollegen. Die Fragen, wie man Carsharing-Daten zwischen Metropolen vergleichbar machen und wie ein ideales Einsatzgebiet für Carsharing-Services aussehen kann, hat die beiden Unternehmen zusammengeführt. 

Leroy Hofer und Roman Benedetto im Gespräch über die Zusammenarbeit, die Mobilität der Zukunft und Smart-Cities

L: Im weitesten Sinne geht es in der Zusammenarbeit mit EFS Consulting darum, Mobilität, wie sie jetzt stattfindet, quantifizierbar zu machen: wie bewegen sich Personen, wie werden neue Mobilitätsangebote wahrgenommen? Mit diesem Wissen kann man neue Ansätze kreieren und bestehende optimieren. So lässt sich die Mobilität der Zukunft bestmöglich mitgestalten. 

R: ELOOP ist ein junges, dynamisches Start-Up, das neue Ideen zur Mobilität entwickelt und das Thema von einem anderen technologischen Blickwinkel aus betrachtet. Wir bringen mit jahrzehntelanger Beratungserfahrung im Bereich Mobilität bzw. im Automobilsektor unser Know-How ein: wie entwickelt man Mobilitätslösungen, wie kann man mit einer großen Menge an Daten Fragen beantworten, die davor vielleicht noch gar nicht gestellt wurden? 

L: Wir profitieren natürlich davon, dass EFS Consulting sehr breit aufgestellt ist. In jedem für uns relevanten Bereich gibt es eine/n EFS SpezialistIn. Wir bei ELOOP bringen das Spezialwissen zum Thema Sharing-Mobility mit. 

R: Wenn man sich die Mobilität der letzten 20 – 30 Jahre ansieht, dann hat sich in dieser kurzen Zeit das Mobilitätsverhalten rasant verändert – es hat sich mehr getan als in den hundert Jahren davor. Mit unserem heutigen Wissen erstellen wir Prognosen für die mobile Zukunft. 

L: Vor allem das Konzept Smart-Cities, das sich in den letzten Jahren stark entwickelt hat, hat das Interesse der Politik und öffentlichen Verwaltung geweckt. Das Bewusstsein, dass die Gesetzgebung für die Realisierung von Smart-Cities angepasst werden muss, wird langsam entwickelt. 

R: Genau diese Erkenntnis braucht es auch. Rahmenbedingungen zu verstehen und mögliche Voraussetzungen für neue Mobilitätskonzepte zu evaluieren, ist ein wichtiger Schritt in Richtung Smart-City bzw. Sharing-Economy. Es ist die Grundvoraussetzung, um ein gemeinsames Gestalten unserer Zukunft zu ermöglichen. 

“Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts.”

L: Wir möchten Mobilität und ihre Parameter messbar bzw. Daten quantifizierbar machen. Beispielsweise arbeiten wir gemeinsam an einem Dashboard, dass uns unter anderem ermöglicht Mobilitätsdaten, zB zur Carsharing-Nutzung, sowie Luftqualitäts- und  Umweltdaten in ein System zu integrieren. Die Daten sollen in Echtzeit zur Verfügung stehen und ermöglichen Trends herauszulesen. Das ist bisher einzigartig. 

R: Gerade durch die Möglichkeit, Daten aus dem ELOOP-Fuhrpark zu erhalten, wie etwa anonymisierte Nutzerdaten, können Einsatzprofile in Verknüpfung mit Umweltdaten analysiert werden. Wichtige Fragen dabei sind: Welchen Einfluss hat Mobilität auf die Umwelt? Und: Welchen Einfluss hat Umwelt auf Mobilität? Basierend auf den Erkenntnissen können ganze Mobilitätskonzepte neu gedacht werden. Diese können unter anderem für die öffentliche Hand als auch für private Investoren einen Business Case darstellen.

L: Auch die Daten aus der aktuellen Corona-Krise werden aufgearbeitet und ins Dashboard einfließen. Das ermöglicht uns zu erfahren, wie sich Mobilität in Krisenzeiten verändert. 

Der Blick Richtung Zukunft. Mobilität 2050.

L: Der Privatbesitz von PKWs im urbanen Raum wird massiv zurückgehen. Es wird Mobilitätslösungen für jeden Bedarf und Use-Case geben. Die große Challenge dabei ist, all diese Lösungen intelligent miteinander zu verknüpfen. Kein User möchte 100 Apps auf seinem Smartphone installieren müssen, um jeden einzelnen Service verwenden zu können. 

Aber auch seitens der Städte wird es ein Anliegen sein, nicht unzählige Scooter und PKWs im urbanen Raum zu haben. Daher braucht es smarte Systeme, die die Verwendung der einzelnen Angebote analysieren und somit den Bedarf und Lücken im Angebot aufzeigen. Daraus lassen sich sinnvolle Rahmenbedingungen ableiten und schaffen. In weitere Folge können so Angebote kombiniert und in einer oder zumindest wenigen Apps gebündelt werden. Damit kann für alle Stakeholder der Mehrwert von Mobilitätsangeboten maximiert werden. 

R: Der Modal-Mix zwischen den einzelnen Mobilitätstypen wird sich ein Stück weit verschieben. Wenn man daran denkt, dass Städte immer Auto-unfreundlicher werden und der Individualverkehr eingeschränkt wird, wird sich sicherlich auch die Antriebsform in Richtung erneuerbare Energien weiterentwickeln. Wenn wir jetzt von 2050 sprechen und wie weit sich möglicherweise Helikopter-Taxis und stationäre Raumschiffe im urbanen Raum durchgesetzt haben, wäre das aber ein bisschen Kaffeesudlesen. 

What’s next? Private PKWs vs. Sharing Economy

L: Ich glaube, im Verhältnis zur Bevölkerung wird es auf jeden Fall weniger Privat-PKWs geben. Durch mehr verfügbare Sharing-Fahrzeuge wird es auch insgesamt weniger Autos im urbanen Raum geben. Das wird wiederum die Auslastung der Fahrzeuge enorm verbessern. In Österreich wird ein Auto durchschnittlich 50 Minuten am Tag gefahren – und bleibt die verbleibende Zeit ungenutzt. Ich glaube, dass man diese Auslastung relativ leicht pushen kann, in dem eben mehr Angebot geschaffen wird. 

R: Und das ist dann die nächste spannende Frage: wie wird sich das dann auf die Stadt-Infrastruktur auswirken? Bereits die Reduktion der Parkflächen, die daraus folgen würde, wirft die Frage auf, was mit diesen Flächen geschieht? Werden es öffentlich zugängliche Räume, wie Parkanlagen oder schafft man zusätzlichen Wohnraum? 

L: Man kann, wie gesagt, eben auch andere Probleme mit den freigewordenen Parkflächen lösen, wie zum Beispiel die Überhitzung der Städte. Denn es ist wissenschaftlich belegt, dass die Begrünung signifikant zu einer Temperatursenkung in den Sommermonaten beiträgt. 

ELOOP & Elektro. Es geht um Nachhaltigkeit.

L: Mit dem Einsatz von E-Autos möchten wir natürlich eine Vorreiterrolle einnehmen. Es wäre wesentlich einfacher, unseren Service mit Verbrennungsmotoren aufrecht zu erhalten. Elektroautos sind service-intensiver, müssen öfter geladen werden und sind teurer in der Anschaffung. Wir legen bei ELOOP im gesamten Unternehmen den Fokus stark auf Nachhaltigkeit. Wenn wir schon eine neue Mobilitätslösung anbieten, dann sollen auch alle Komponenten State-of–the-Art sein. Das heißt eben nicht nur das Sharing-System an sich, sondern auch die Antriebsform unserer Fahrzeuge. 

R: Man merkt auch bei EFS intern den Bewusstseins-Wandel hin zu neuen Antriebsformen, auch wenn einige Kollegen immer noch „Benzin im Blut“ haben. Es ist spannend zu sehen, dass Wien bei diesen Mobilitätsformen anderen Städten doch etwas voraus ist. 

Von Wien in den Rest der Welt.

L: Wien ist dazu wirklich ein super Testmarkt! Man hat es auch bei den Kick-Scooter-Sharing-Anbietern gesehen. Wien war hinsichtlich der Gesetzgebung in Europa am liberalsten und war die erste Stadt, die so ein Konzept tatsächlich zugelassen hat. Es gibt gute Rahmenbedingungen neue Angebote testen zu können.

R: Gerade im asiatischen Raum wird versucht die „moderne Stadt“ zu planen. Daher muss man auf jeden Fall den Blick über Stadt- und Landesgrenzen werfen, um auch von anderen Regionen zu lernen. 

L: Das Ziel ist es eine Lösung zu finden und Ansätze zu kreieren, die allgemein gültig und nicht nur auf Wien spezialisiert sind. Es ist wichtig eine Grundlage zu schaffen, die universell einsetzbar ist, auch über Landesgrenzen hinweg.

Gesprächspartner
Das Gespräch zwischen Leroy Hofer und Roman Benedetto hat im Frühjahr 2020 remote stattgefunden.

EFS Consulting

EFS Consulting ist die größte unabhängige Unternehmensberatung Österreichs. Im Kontext Smart Mobility nutzt EFS Consulting die jahrzehntelange Projekt-Erfahrung aus dem Automotive-Sektor und verbindet das Know-How mit Ansätzen aus Trendforschung und Data Analytics, sowie dem ExpertInnen-Netzwerk. Gemeinsam mit Kooperationspartnern aus unterschiedlichen Bereichen werden Ideen, Konzepte, Produkte und Services entwickelt, um den Anforderungen an zukünftige Mobilität gerecht zu werden. EFS Consulting wurde 1992 gegründet; der Hauptsitz ist in Wien.
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